Heute möchte ich mal Abstand von all den niederen Instinkten nehmen. Man muss nicht immer nur kritisieren, sondern kann auch mal von ganzem Herzen ja sagen. Ja zu Musik 2.0, ja zu 200 Euro pro kostenlosem Download, ja zu baden-württembergischen Nudeltriphop, ja zu unverbrauchten und unverbildeten Sprechern in Werbespots und schliesslich ja zu Openpot, der etwas anderen Web 2.0 Plattform für Musikvermarktung!

Hallo Prof. Marc Drüner!

Wenn ich mal Lust auf eine markige Formulierung habe, dann frage ich Sie, Sie und nur Sie allein und Paff: Da ist sie schon! “Die 2.0 Schonfrist ist angesichts der Finanzkrise endgültig vorbei – welche Geschäftsmodelle sind chancenträchtig, wie kann das Web 2.0 normalisiert und professionalisiert werden?” Schonfrist vorbei, Internet zum Abschuss freigegeben! Und endlich normalisiert: 4Chan trägt ab jetzt Hosen von C&A! So leitet Drüner die Anmeldeunterlagen zu seinem Seminar “Web 2.0 monetarisieren – Erfolgsfaktoren Status Quo und Geldverdienen 2.0″ ein. Weiter im Text: Open Communication & Innovation mit Web-Technologien möchte uns Prof. Drüner vermitteln und natürlich das immer wichtige Kunden zuhören, Kontakt herstellen und Interaktion binden.

Klar, ist natürlich alles superwichtig. Kostet auch nur 150 – 250 Euro für eineinhalb Tage. Aber, wir erinnern uns: Die Schonfrist für 2.0 ist vorbei! Eigentlich steht sogar das gesamte Internet auf dem Prüfstand. Und Drüner zieht zusammen mit den Veranstaltern media.net und SMI Konsequenzen: Nur noch effektive, normalisierte und professionalisierte Wege sind erlaubt, um sich für sein Seminar anzumelden.

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Ich hätte mich ja gerne mit einem neuen Fail auseinandergesetzt, aber Watch Your Web zwingt mich dazu, schon wieder ein paar Worte über sie zu verlieren. Die “Plattform für sicheres Surfen im Web” bietet nämlich auch den herrlichen Test “Welcher Web-Typ bist Du?” an. Jede einzelne Frage ist eine Perle aber irgendwann entgleitet den Machern der Seite der Faden vollständig. Es reflektiert nämlich im Verständnis von Watch Your Web gutes Onlineverhalten, wenn Google möglichst wenige Resultate, vor allen Dingen bei der Bildersuche, über einen Menschen finden kann.

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Stefanie Kloß, die alte Online-Profilette und Sängerin der im deutschsprachigen Raum beliebten Gruppe Silbermond, hat es also durch einen perfiden Trick geschafft, weniger Googletreffer zu generieren als der Sänger einer weltweit erfolgreichen “Band” und viel weniger Einträge als eine mit den Boulevardmedien des Universums verheiratete Hotelerbin, die von Zeit zu Zeit Pornofilme dreht. Wie in drei Teufels Namen mag ihr das wohl gelungen sein? Und: Was für ein Loser ist eigentlich Barack Obama? 105 Millionen Googletreffer, darunter auf Seite eins sein Facebook-Account und Youtube Videos, in denen man ihn SEHEN kann. Webman! Hilf!

Wir hatten es ja neulich schon mal mit Unternehmen, die irgendwie unrealistisches Twitterverhalten an den Tag legen. Dieses weite Feld wollen aber natürlich auch Vereine nicht ungenutzt lassen. Guten Tag, IJAB e.V. Dieser Verein macht irgendwelches Zeug und das mit Hilfe von öffentlichen Mitteln. Neu dabei die Kampagne Watch Your Web, mit der Jugendliche dazu angehalten werden sollen, vorsichtiger mit ihren Daten im Internet allgemein und Social Networks im Speziellen umzugehen. Ah, Kompetenzgeber im sozialen Netz. Mit eigenem Twitteraccount.

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Yeah, einfach mal so zwischen zwei anderen Tweets die eigene URL raushauen. Klare Webkompetenz: Wir haben eine Domain erworben. Sie trägt den Namen unserer Kampagne. Jetzt dürfen wir sie legal und sicher twittern, bis wir keine Lust mehr haben. Wir sind Watch Your Web, check mal unsere Message: Watch Your Web! Hey!

Ein genauerer Blick auf den Kampagnennamen lohnt sich ohnehin. Watch. Your. Web. Dein Internet beobachten. Schauen, was die Leute, die sich für Dich interessieren, so zu sagen haben. Und dabei mit gutem Beispiel vorangehen.

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Alle neune. 1000 Von-der-Leyen-Punkte in der Sonderwertung Internetdingsbums. Watch Your Web. Also: Wenn Du Lust hast. Oder halt nicht. Bliebe noch ein letzter Punkt: Datensicherheit ist tatsächlich ein wichtiges Anliegen. Vermutlich gibt es Leute, die wesentlich zu leutselig im Umgang mit ihren  personenbezogenen Daten sind. Oder mit den Daten ihrer Mitmenschen. Auf der Watch Your Web Seite gibt es eine Pinnwand, bei der man Problemfälle in diesem Kontext schildern und um Hilfe von Webman bitten soll, dem Held der Kampagne. Diese Funktion nutzen die User gerne.

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