Alles umsonst
30. Juni 2009
Wieviel Geld ist etwas wert, das man bereits gratis bekommen hat? Wir hier im Hause Social Media Fail sind ja etwas schwach auf der Brust, wenn es um volkswirtschaftliche Fragen geht, aber der Weltkonzern Sony Music hat für sich eine Antwort gefunden: Zwanzig Euro fünfundneunzig.
Das ist ganz genau der Preis, den man heute bei Amazon bezahlen muss, wenn man Myspace Playlist Vol. 1 erwerben möchte. Das ist eine Doppel-CD, auf der Musik enthalten ist, die ganz besonders gerne von Myspace-Nutzern auf der Plattform gehört wird. Natürlich hat es seinen Preis, wenn man genau diese Musik auf Myspace hören will: Dieser Preis beträgt null Euro.
Diese CD ist also vor allen Dingen für die Menschen von Interesse, die fest eingeplant haben, 21 Euro für bei Myspace verfügbare Musik auszugeben und bislang keine Möglichkeit dazu sahen. Wieviele mögen das wohl sein? Nun ja, am ersten Tag der Veröffentlichung ist der Tonträger nicht einmal in die deutschen Trendcharts eingestiegen. Das dürfte bedeuten, dass er am Freitag bundesweit weniger als fünfzig mal verkauft wurde.
Diese weniger als fünfzig Menschen möchte ich gerne noch direkt ansprechen: Sie besitzen jetzt also zwei CDs, auf deren Cover eine Kassette abgebildet ist und die nonexklusive Musik aus dem Internet enthält. Vielleicht kann ich Sie ja auch für CD-ROMs mit Disketten-Artwork und Doc-Files mit Artikeln des Social Media Failblogs begeistern? Sie kosten: Zwanzig Euro fünfundneunzig. Bestellungen bitte in den Kommentaren.
Erinnert euch an mich. Bitte!
23. Juni 2009
Baywatch. Was für eine herrliche Fernsehsendung. Wenn man eine sehr spezielle Vorstellung von herrlich hat. Wer erinnert sich nicht an die Abenteuer von Pamela Anderson, David Hasselhoff, Carmen Electra und Jeremy Jackson. Äh: Jeremy Jackson? Man hat ja manchmal so kurze Aussetzer. Natürlich kennen und lieben wir ihn noch alle: Den bezaubernden und hochtalentierten Schauspieler, der die Rolle des Hobie Buchanan mit Leben erfüllte. Ja genau, Hobie Buchanan, die Figur des Sohnes von David Hasselhoff, die als entscheidendes Element die Serie zusammenhielt.
Die Jahre nach Baywatch haben interessante neue Challenges für Jackson mit sich gebracht: Ein paar lustige Abende mit Crystal Meth, eine nicht näher spezifizierte Tätigkeit für den nicht näher umschriebenen Blow Pure Uncut Club, eine Kampagne als Testimonial für “Medikamente” gegen vorzeitige Ejakulation. Man wäre geneigt, diesem großen Schauspieler Respekt zu zollen und eine nächste, wunderbare Charakterrolle zu wünschen. Und dann sieht man diese Myspace-Seite.
Nachteil: Internet jetzt grenzübergreifend
17. Juni 2009
Mit großer Dankbarkeit wendet sich mein Blick gen Axel Springer Hochhaus. Herrlich einfach machen es mir die Freunde von der Knallpresse. Bild.de bespricht am heutigen Tage Social Networks. Und weil ohne ein klares Auf und Ab, Schwarz und Weiss, Gewinner und Verlierer kein Staat bei der Yellow Press zu machen ist, gibt es bei Bild.de eben auch: Vorteile und Nachteile einer jeden Plattform. In diesem Hort ausufernder Negativität namens Social Media Failblog möchte ich mich selbstverständlich nur auf die Nachteile konzentrieren. Kurz mal raten: Welcher Dienst hat wohl folgendes Problem:
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Okay, der war einfach: Xing. Klar, oder? Einer der größten Nachteile meines Hausarztes besteht übrigens darin, dass er keine Happy Hour anbietet. Und meine Socken haben den Nachteil, dass sie nicht glitzern. Wo wir schon bei Xing sind: Wann kommt eigentlich die Möglichkeit, bei seinem Profilbild eine Anzeige zu erhalten, zu wieviel Prozent man wie welcher Star aussieht? Sitzen die da den ganzen Tag nur rum?
Aber auf zu ernsthaften Ufern: Der Ami nervt ja generell immer rum, wissen wir ja. Hier, ich, Joe Minnesota, kann alles, hab alles, will über alles reden. Kennen wir. Neu ist: Der Ami nervt jetzt auch auf Myspace.
Und auf Facebook.

Wenige Deutsche sind in diesem Fall übrigens zwei Millionen. Und ja, datenschutzrechtlich verbirgt sich hier ein valider Punkt. Also, ein Anfang Februar für 14 Tage valider Punkt. Aber beiseite mit den Spitzfindigkeiten: Ich habe sowieso schon keine Lust mehr auf dieses soziale Netz. Höre sich mal einer an, was diese Plattform Twitter alles ungestraft anstellt:

Nur mal hypothetisch gefragt: Was wäre denn wohl los, wenn deutsche Presseerzeugnisse so arbeiten würden. Ich meine, da würden doch alle auf die Barrikaden undsoweiter undsofort. Ach.